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08.08.2019

Intelligentes Verstärkungs- und Schutzsystem für Brückenbauwerke

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Herstellung des Großdemonstrators Smart-Deck. Abb.: BASt
Vor Kurzem fand im Zuge des Neubaus der Niersbrücke Ritterstraße in Mönchengladbach die Fertigstellung der zweiten und abschließenden Bauphase des Smart-Deck-Großdemonstrators statt.

Smart-Deck zielt darauf ab, durch Kombination verschiedener Funktionen die Dauerhaftigkeit und Lebensdauer von Brücken zu erhöhen: Ein vollflächiges Echtzeit-Monitoringsystem detektiert das Eindringen von Feuchtigkeit in die Fahrbahnplatten der Brücken. Das System verfügt zudem über einen vollflächigen, präventiven kathodischen Korrosionsschutz (pKKS). Die Fahrbahnplatten können durch Smart-Deck in Querrichtung verstärkt werden; somit kann die Tragfähigkeit der Brücke erhöht werden.
Das System besteht aus einer dünnen zweilagig carbonfaserbewehrten Mörtelschicht. Undichtigkeiten in der Abdichtung werden mit einem eingebundenen Monitoringsystem erfasst. Der Betreuer des Messsystems überwacht in Echtzeit den Feuchtegehalt der Fahrbahnplatte über Mobilfunk oder Internet. Im Schadensfall kann mit der Aktivierung des pKKS eine umfassende bauliche Instandsetzung verschoben werden.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms HighTechMatBau geförderte Projekt wurde in Kooperation der Projektpartner Fa. Eurovia, RWTH Aachen, Fa. StoCretec, Fa. FTA in Kooperation mit der solidian GmbH, Fa. Massenberg, Fa. Instakorr und der BASt entwickelt. Schwerpunkte der Arbeiten der BASt waren die Definition von Anforderungen an das System und dessen Bewertung. Erstmals wurde Smart-Deck nun auf einem realen Brückenbauwerk appliziert. Die Stadt Mönchengladbach wird laufend Informationen über den Zustand des Abdichtungssystems und damit eine wichtige Betriebsgröße für die Erhaltungsplanung erhalten.

www.bast.de



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