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22.05.2019

Bundesgartenschau 2019: Pavillon aus Recycling-Materialien

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Der Mehr.WERT.Pavillon auf der BUGA 2019 Heilbronn besteht aus wiederverwendeten und -verwerteten Materialien. Abb.: 2hs / Zooey Braun
die natürlichen Ressourcen werden immer knapper – wie sich vorhandene Rohstoffe nachhaltig in das Bauwesen einbinden lassen, zeigt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) auf der Bundesgartenschau 2019 (BUGA) in Heilbronn: Studierende, Forschende und Lehrende der KIT-Fakultät für Architektur haben einen Pavillon aus wiederverwendeten und -verwerteten Materialien entworfen und realisiert.

Der Pavillon ist Teil des Mehr.WERT.Gartens, eines gemeinsamen Projektes des baden-württembergischen Umweltministeriums und der Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn. Der Pavillon zeigt den innovativen und sinnvollen Einsatz recycelter Ressourcen: Alle im Projekt eingesetzten Materialien haben bereits mindestens einen Lebenszyklus durchlaufen und sind nach dem Rückbau des Pavillons wiederum komplett trennbar, es kommen keinerlei Klebstoffe, Schäume, Anstriche oder sonstigen Imprägnierungen zum Einsatz. Beim Bau des Pavillons nutzte das Team verschiedene Stoffkreisläufe für Struktur, Fassade, Boden und Innenausstattung: Die tragende Struktur ist komplett aus Stahl gefertigt, der größtenteils aus einem zurückgebauten Kohlekraftwerk in Nordrhein-Westfalen stammt. Die Fassade besteht aus wiederverwertetem Glas, das zu zwei verschiedenen Baustoffen weiterverarbeitet wurde: Zum einen zu Glaskeramik aus geschmolzenem transparentem, weißem oder grünem Flaschenglas; zum anderen zu Schaumglas, einem leichten, aber stabilen Dämmmaterial. Der Boden im Garten und unter dem Pavillon kombiniert verschiedene mineralische Materialien: Beton- und Ziegelbruch in verschiedenen Körnungen, Porzellanbruch, direkt wiederverwendete Klinkersteine und „WasteBasedBricks“, Backsteine aus mineralischem Bauschutt. Möbel und Einbauten sind aus diversen Kunststoffmaterialien hergestellt. Für den Tresen verwendeten die Architektinnen und Architekten recycelte Textilfasern aus weißer Baumwolle und Denim-Jeansstoffen, die Arbeitsplatte besteht aus wiederverwerteten Küchen-Schneidebrettern. Die Hocker und Stühle wurden dreidimensional aus Kunststoff-Hausabfällen gedruckt.

Der Entwurf ist ein Gemeinschaftsprojekt von Studierenden des KIT und den Fachgebieten Nachhaltiges Bauen, Tragkonstruktion und Bautechnologie. Projektträger sind die Entsorgungsbetriebe der Stadt Heilbronn, das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sowie die Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH.

www.kit.edu
www.sek.kit.edu



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