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11.04.2019

Firmengebäude der Naturkosmetikfirma Aromapflege mit Holzbaupreis Tirol ausgezeichnet

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Die Photovoltaikanlage auf dem Dach und eine Solarthermieanlage an der Fassade ermöglichen in Kombination mit den entsprechenden Energiespeichern Autarkiegrade über 70 Prozent in der Wärme- und Stromversorgung. Abb.: Aromapflege
Das Firmengebäude der Naturkosmetikfirma Aromapflege, bei dem große Solarthermie- und Photovoltaikanlagen hohe Autarkie in der Wärme- und Stromversorgung ermöglichen, wurde mit dem Holzbaupreis Tirol 2019 ausgezeichnet. Die Auszeichnung des Vereins ProHolz wurde im Januar 2019 an die Geschäftsführer Evelyn Deutsch-Grasl und Thomas Grasl verliehen. Für das solare Energiekonzept zeichnet Professor Timo Leukefeld, Planer von energieautarken Gebäuden und Vorstandsmitglied des Sonnenhaus-Institut e.V., verantwortlich.
Der neue Firmensitz, der für die Firma Schulungsräume und ein Naturkosmetikstudio beherbergt, entstand in Lechaschau direkt an der bayerisch-österreichischen Grenze. Ökologische Baumaterialien sollten verwendet werden und große Glasflächen sollen viel Licht ins Gebäude lassen. Mit diesen Vorgaben errichtete die Firma Holzbau Saurer ein Gebäude mit rund 790 Quadratmeter Nettogrundfläche in Holzriegelbauweise. Die Bauelemente, die fast ausschließlich aus Fichtenholz bestehen, wurden zum großen Teil vorgefertigt. Die Außenwände und Dachelemente sind mit Holzweichfaserplatten und Hanf hochwärmegedämmt, sie erreichen U-Werte von 0,13 beziehungsweise 0,12 W/m²K. Die Wände wurden mit den fertigen Fassaden und Fensterelementen angeliefert und vor Ort aufgebaut. Dadurch konnte extrem schnell gebaut werden. Im März 2016 begann der Holzbau, im Juli war er abgeschlossen. Auch in Bezug auf die Energieversorgung beschlossen die Bauleute, ihrem Credo der Ökologie und Nachhaltigkeit Sichtbarkeit zu verleihen. Sie ließen von dem Freiberger Energieexperten Timo Leukefeld ein Energiekonzept planen, bei dem mit Solarthermie und Photovoltaik und entsprechenden Energiespeichern eine hohe Autarkie erreicht wird. Das Gebäude erreicht den Sonnenhaus autark-Standard und überschreitet dessen Mindestanforderungen deutlich. Um als Sonnenhaus autark klassifiziert zu werden, muss ein Gebäude einen Autarkiegrad von mindestens 50 Prozent in der Wärme- und Stromversorgung aufweisen.
Bei dem prämierten Firmengebäude wurde an der Fassade eine 150 Quadratmeter große Solarthermieanlage installiert. Laut Simulation deckt sie circa 75 Prozent des Wärmebedarfs. Nachgeheizt wird mit zwei Heizpatronen. Sie befinden sich in dem 25 Kubikmeter-Langzeitwärmespeicher und wandeln überschüssigen Solarstrom in Wärme um. Auch in der Stromversorgung ist die Mindestanforderung von 50 Prozent solarem Deckungsgrad übererfüllt. Rund 80 Prozent der benötigten elektrischen Energie werden mit einer Photovoltaikanlage mit 24 Kilowatt Leistung gedeckt. Sie ist auf dem Flachdach aufgeständert. Ein Speichersystem mit vier Lithium-Ionen-Akkus und einer Gesamtspeicherkapazität von 40 Kilowattstunden steht für die Zwischenspeicherung des Solarstroms zur Verfügung. Die PV-Anlage liefert auch den Strom für die Heizstäbe.
Die Aromapflege GmbH erhielt für ihr 2016 errichtetes Firmengebäude die Auszeichnung in der Kategorie Gewerbliche Bauten.

www.sonnenhaus-institut.de




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