Verlag > Bauingenieur > Aktuell
   

News

15.05.2018

Architekturstudierende experimentieren mit textilen Fassaden

Textilien im Bauwesen sind bis heute eine Seltenheit. Meist kommen sie bei Dachkonstruktionen zum Einsatz. Zum Beispiel als leichte Flächentragwerke für Stadien, Bahnhöfe oder Atrien. Was textile Fassaden können, stand im Zentrum eines Experimentes an der Bergischen Universität, bei dem 20 Architekturstudierende sich im Zuge ihres Masterstudiums zwei Semester lang intensiv mit verschiedenen Materialien auseinandergesetzt haben.

Am Beispiel einer 50 Quadratmeter großen Altbauwand eines Hochschulgebäudes untersuchten die Studierenden die Energie- und Feuchtebilanz außen angebrachter, funktionaler Textilien. Eine spezielle Beschichtung reflektiert beispielsweise gezielt die Wärmestrahlung, eine Perforierung ermöglicht den Feuchteausgleich. Eine weitere Besonderheit ist die davorliegende Vorhang-Fassade, die aus einem metallisch pigmentierten Gewebe besteht und das Erscheinungsbild prägt. Zudem lässt sich der Vorhang öffnen und macht die Fassade temporär zur Kinoleinwand. Der Praxistest dieses multifunktionalen Ansatzes des studentischen Entwurfs soll im Sommer erfolgen.

An einem Forschungspavillon haben die Studierenden darüber hinaus vier unterschiedliche textile Fassaden entwickelt und realisiert. Themen waren dabei unter anderem die transparente Dämmung, der Einbruchschutz, die besonderen Möglichkeiten der Formfindung durch das textile Material sowie die Einbindung von Wasser und Pflanztaschen bei der Gestaltung. Der Forschungspavillon wurde innerhalb der vergangenen zwei Jahre unter dem Motto „Einfach Bauen“ in Eigenleistung von Studierenden errichtet und jetzt an einer Seite mit einer textilen Wand komplettiert.

www.uni-wuppertal.de




IMPRESSUM  |  DATENSCHUTZ  |  © SPRINGER-VDI-VERLAG 2018