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13.03.2018

Zeitgemäßes Bauen

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Prof. Richard Herrmann von der Uni Siegen berichtete über eine eigentlich unmögliche Sanierung des Baugrunds unter einer Kirche. Abb.: Uretek
Am 01. und 02. März 2018 hatte URETEK zum 4. Deutschen Geotechnik-Konvent für Bauexperten aus ganz Deutschland ins Welterbe Zollverein in Essen eingeladen. Das zeitgemäße Bauen auf unterschiedlichen Baugründen stand diesmal im Mittelpunkt. Die Referenten berichteten über ihre Vorstellungen von zeitgemäßer Architektur und Materialeffizienz, über den Umgang mit schwierigem Baugrund sowie die Herausforderungen bei Großprojekten.

Eröffnet wurde der Branchentreff durch Dipl.-Ing. Thorsten Schulze von der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen GmbH in Kiel. Er zeigte anhand aktueller Zahlen zur Wohnraumsituation in Deutschland die Möglichkeit für Baukostensenkungen auf. So ließen sich durch serielles Bauen und Planen mehr als 15 Prozent der Baukosten sparen. Er erläuterte weiter in einem geschichtlichen Abriss die Entwicklung der Vorstellungen von zeitgemäßem Bauen und wagte auch einen Ausblick in die Zukunft.

Dr.-Ing. Peter Grubert von der Gesellschaft für Grundbau und Umwelttechnik mbH in Braunschweig stellte Gründungskonstruktionen für das Bauen auf schlechtem Baugrund vor. Es dürfe keinesfalls zu schnell gebaut werden und dabei zuerst die geologische Erkundung des zukünftigen Baugrunds ihren Platz bekommen. Schlechter Baugrund sei aber geotechnisch durchaus beherrschbar, so Grubert.

Dass man auch Großprojekte weitgehend problemlos durchführen kann, wurde durch den Neubau eines Flughafenterminals in Frankfurt deutlich. Dr. Achim Jaup, verantwortlich für den Spezialtiefbau bei der zurzeit größten deutschen Baustelle (gemessen am ausgeschriebenen Bauvolumen) entführte die Teilnehmer in die beeindruckenden Dimensionen dieses Bauprojekts. Die bisher größte Herausforderung sei die grundwasserschonende Erstellung der bis zu 18 Meter tiefen Baugrube gewesen, deren Höhenversprünge durch Spundwände abgesichert wurden.

Mit Prof. Richard Herrmann von der Universität Siegen stand auch ein prominentes Gesicht aus der Geotechnik auf dem Podium. Sein Vortrag handelte von der Sanierung eines Kirchengebäudes mit schweren Setzungserscheinungen, das eigentlich als nicht sanierbar galt. Ausgelaugte Gipskeuperschichten ließen am Ende nur Injektionen eines zwei-Komponenten-Expansionsharzes zu. Herrmann erläuterte auch die umfangreichen Kontrollprüfungen, bei denen ein neuartiges Geomess-System zum Einsatz kam.

Dr. Thorsten Klaus von der durch den bekannten Bauingenieur und Architekten Werner Sobek gegründeten AH Aktivhaus GmbH aus Stuttgart führte die Teilnehmer anschließend in die Welt des Smart Home. Klaus stellte ein unter dem Aspekt der Energie- und Materialeffizienz konzipiertes Modellhaus (B 10) vor. Die durch Photovoltaik erzeugte Energie reiche sogar noch für die Versorgung von Nachbargebäuden aus.

Beim abendlichen get-together vertieften die Teilnehmer die Kontakte untereinander, bevor der Konvent mit zwei spannenden Exkursionen in Essen und Gelsenkirchen am nächsten Tag endete.

www.uretek.de



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