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Bauingenieur - Ausgabe 11-2019, S. 425-435

Bewehrte Beton-Beton-Verbundfugen bei nachträglicher Verstärkung: Statische Tragfähigkeit

An der TU Dortmund wurden mehrere Versuchsreihen unter statischer und dynamischer Belastung an nachträglich mit Aufbeton verstärkten Bauteilen durchgeführt. Mit den Bauteilversuchen sollten unter anderem die Versuchsergebnisse aus bereits an der Universität Innsbruck und Delft durchgeführten Kleinkörperversuchen verifiziert werden, die die Grundlage für das Bemessungskonzept von Verbundfugen nach Model Code 2010 (MC 2010) darstellen. Mit den Bauteilversuchen ließen sich im Vergleich zu den Kleinkörperversuchen, höhere Tragwiderstände erzielen. Des Weiteren konnte für hochdruckwassergestrahlte (HDW) Verbundfugen mit einer entsprechend hohen Anzahl von Verbundmitteln die maximale Traglast soweit gesteigert werden, dass die gleiche Traglast wie bei einem monolithisch hergestellten Referenzträger erreicht wurde.
Basierend auf den Versuchsergebnissen wurde eine Europäische Technische Beurteilung (ETA) erteilt, die die Anwendung des Schubverbindersystems Hilti HCC-B zur Verstärkung bestehender Betonkonstruktionen durch Aufbeton für statische sowie erstmals auch für Ermüdungsbeanspruchungen regelt. Im zugehörigen technischen Report EOTA TR 066 ist das Bemessungskonzept in Anlehnung an den MC 2010 enthalten, welches sich von dem derzeitigen Bemessungsmodell nach DIN EN 1992 grundlegend unterscheidet. Das Bemessungskonzept im EOTA TR 066 ist besonders für nachträglich verstärkte Bauteile ausgelegt.

Interface between old and new concrete in case of subsequently strengthening: static bearing capacity

At TU Dortmund University several series of tests were carried out under static and dynamic load on subsequently strengthened concrete members. The aim was to verify the results from small-scale tests already executed at the University of Innsbruck and Delft, which are the basis for the design concept according to Model Code 2010 with large scale tests on beams. The results from test beams show that, on the one hand, more favourable results were obtained compared to the small-scale tests. Furthermore, for HPW-jetted interfaces with a sufficient high number of bonding dowels, the maximum ultimate load of a monolithically reference beam was achieved.
Based on the test results, a European Technical Assessment (ETA) was developed, which regulates the application of the shear connector system Hilti HCC-B for the strengthening of existing concrete structures by means of overlay concrete for static as well as for fatigue loading, the latter for the first time. The associated EOTA TR 066 contains the design concept based on the MC2010, which differs fundamentally from the current design model according to DIN EN 1992 in conjunction with the national German annex. The design concept in EOTA TR 066 is especially designed to subsequently strengthened concrete members.

Autor(en):
J. Heinrich, T. Zenk

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Bauingenieur 11-2019, Seite 425-435
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