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29.08.2017

Individuelle Gebäudehülle aus dem Drucker

Architekten der Technischen Universität München (TUM) haben ein multifunktionales und lichtdurchlässiges Fassadenelement entwickelt, das mit dem 3D-Drucker produziert werden kann.
Die Technik erlaubt eine freie architektonische Gestaltung sowie die Realisierung innovativer Design-Konzepte. In dem neuen 60 Zentimeter breiten und einen Meter hohen Muster-Bauteil aus Kunststoff sind Funktionen wie Lüftung, Dämmung oder Verschattung bereits integriert. Zellen im Inneren sorgen für Stabilität und schaffen gleichzeitig luftgefüllte Hohlräume für eine optimale Dämmung. Wölbungen des Materials spenden Schatten. Eingelagerte, dünne Röhren lassen die Luft von einer Seite zur anderen zirkulieren. Eine mikrostrukturierte Oberfläche sorgt für Akustik. All diese Funktionen sind skalierbar und lassen sich ohne zusätzliche Kosten individuell an verschiedene Anforderungen anpassen.
Moritz Mungenast, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Entwerfen und Gebäudehülle der TUM, hat das Projekt initiiert und es gemeinsam mit seinem Team umgesetzt. Die Designstudie, die sein Team erstellt hat, zeigt, wie ein Gebäude mit der neuen Lowtech-Fassade aussehen könnte: Kunststoff umhüllt das Bauwerk wie ein luftiges, weiches Tuch. Die Wirkung wird verstärkt durch die gewellte Oberfläche, die dem Fassaden-Konzept seinen Namen gab: Fluid Morphology.
In einer Langzeitmessung eines kompletten Fassadenelements von 1,6 Metern mal 2,8 Metern Größe auf der Solarstation, einem Versuchsstand auf dem Hauptgebäude der TUM in der Münchner Arcisstraße, sollen ein Jahr lang Sensoren Daten gesammelt werden, mit deren Hilfe die Architekten dann ihr Design noch verbessern wollen, bevor sie einen weiteren Prototyp aus Polycarbonat, einem zugelassenen Fassadenmaterial, fertigen.

www.tum.de



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