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03.03.2017

Feuerverzinkter Betonstahl gegen Korrosion

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Sichtbetonfassade des Bundeskanzleramtes mit feuerverzinkter Bewehrung. Abb.: Institut Feuerverzinken GmbH
Korrosion von Bewehrungsstahl ist ein weit verbreitetes Problem. Das hierdurch verursachte Schadensspektrum reicht von optischen Beeinträchtigungen bis zum völligen statischen Versagen der Konstruktion. Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich zwischen fünf und zehn Milliarden Euro für die Instandhaltung von Korrosionsschäden an der Bewehrung ausgegeben. Durch Feuerverzinken des Betonstahls können derartige Schäden verhindert werden.

Unter normalen Bedingungen ist Betonstahl durch die Alkalität des Betons vor Korrosion geschützt. Dieser Schutz ist bei einem pH-Wert zwischen 10 und 13,8 als "Selbstpassivierung" gegeben. Durch Feuchtigkeit und Kohlendioxideinflüsse verliert er jedoch langfristig seine Alkalität und wird depassiviert (Carbonatisierung). In Folge kommt es zu Bewehrungskorrosion und zu schwerwiegenden Schäden am Bauteil, deren Sanierung nicht immer oder nur mit hohem Aufwand möglich ist.

Bewehrungskorrosion kann dauerhaft verhindert werden, da eine Feuerverzinkung auch unter einem pH-Wert von 10 schützt. In den Expositionsklassen XC1 bis XC4 ist der Einsatz von feuerverzinkter Bewehrung zur Verhinderung von carbonatisierungs-induzierter Bewehrungskorrosion sinnvoll. Weitere Ursachen für Bewehrungskorrosion sind Risse und Fugen im Beton, eine zu geringe Betonüberdeckung oder Kiesnester, aggressive Belastungen durch Tausalzangriffe oder Salzbelastung in maritimen Bereichen.

Auch wenn für die Mehrheit der Betonkonstruktionen die Verwendung von korrosionsgeschütztem Bewehrungsstahl nicht notwendig ist, macht der Einsatz von feuerverzinktem Betonstahl in bestimmten Anwendungsbereichen Sinn. Hierzu gehören Bauwerke mit einer langen Nutzungsdauer, chloridbelastete Bauwerke, dünnwandige Betonbauteile und Sichtbetonkonstruktionen.

www.feuerverzinken.com/betonstahl



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