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31.03.2014

Der Nord-Süd- Tunnel am KÖ-BOGEN

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Bis 2015 werden Straßenbahnanlagen, Verkehrswege, Tunnel und Plätze am Kö-Bogen neu- und umgestaltet. Foto: Schüßler-Plan
Düsseldorf betreibt mit dem Projekt Kö-Bogen die städtebauliche Aufwertung des Areals nördlich von Königsallee/Jan-Wellem-Platz/Hofgarten. Bis 2015 werden Straßenbahnanlagen, Verkehrswege, Tunnel und Plätze neu- und umgestaltet.

Unterirdische Verkehrsführung
Die Maßnahmen des 1. Bauabschnitts (BA) umfassen drei Tunnelanlagen: Nord-West, Süd-West sowie Süd-Nord. Der Tunnel Süd-West und der Nord-West-Tunnel sind seit 2013 in Betrieb. Im Frühjahr 2014 folgt der Süd-Nord-Tunnel. Als Ersatz für die ehemalige Hochstraße ist im 2. BA der Nord-Süd-Tunnel mit einer Aufspreizung in zwei Ausfahrten geplant. Er hat eine Länge von ca. 680 m und soll 2015 für den Verkehr freigegeben werden. Neben, kreuzend oder oberhalb der Tunnelbauwerke verläuft die Straßenbahn, die während der Bauausführung in Betrieb ist. Die Planung der Gesamtmaßnahme (Tunnelbauwerke einschl. bautechnischem Ausbau, Straßen, Straßenbahntrassen, Kanalbau, betriebstechnischem Ausbau des Tunnels, M+E-Technik für die Dükerbauwerke, Straßenbahnausrüstung) wird in einer Ingenieurgemeinschaft erbracht. Die kaufmännische und technische Federführung liegt bei Schüßler-Plan.

Herausforderungen der Planung
Wegen der Aufrechterhaltung des ÖPNV und des MIV während der gesamten Bauzeit wurde die Baustelle oft als „Operation am offenen Herzen“ bezeichnet. Die begrenzten BE-Flächen erschweren zudem die Baustellenlogistik. Um die Baumaßnahmen für die Straßentunnel an die Ausführung der parallel hergestellten U-Bahn-Baustelle der tiefer liegenden Wehrhahn-Linie anzupassen wurden genehmigungspflichtige Verkehrsphasen detailliert. Die Herausforderung lag daher auch in der Minimierung von Einflüssen auf die Wehrhahn-Baustelle.

Zwangspunkte der Bauabschnitte
Parallel zur Planung des 1. BA wurde der Vorentwurf des 2. BA erstellt, da sich aus dem 2. BA Zwangspunkte für den 1. BA ergaben.
Der 2. BA unterquert den Tunnel Süd-West. Daher wurden Verbau und Wasserhaltung im 1. BA hergestellt und auf den 2. BA abgestimmt. Auch bei der Konstruktion des Tunnels musste die Tunnelgeometrie des 2. BA berücksichtigt werden. Der Tunnelabschnitt des 1. BA berücksichtigt außerdem die spätere Abgrabung für den 2. BA und die damit einhergehende Veränderung des statischen Systems für Verbau und Tunnelkonstruktion sowie die Herstellung der Wandanschlüsse für die unterquerende Tunnelergänzung des 2. BA. Der Tunnel Nord-Süd überquert zudem den Schildtunnel der Wehrhahn-Linie. Da der Straßentunnel in offener Bauweise hergestellt werden soll und dann die Auflast für den Schildtunnel fehlt, wurde der Schildtunnel im Überquerungsbereich durch Stahltübbinge ausgesteift.

Lastfall Hochbebauung
Parallel zur Planung des 1. BA wurde die 2. Realisierungsstufe der städtebaulichen Arrondierung vorangetrieben. Wegen der Neubauten, die auf den geplanten Straßentunneln stehen werden, wurden Ertüchtigungsmaßnahmen für die Tunnelbauwerke geplant. Durch die Überschneidung mit einem U-Bahnhof wurden bei der Überbauung des Tunnels Süd-Nord zudem weitere Maßnahmen erforderlich, da die zusätzlichen Lasten aus der Hochbebauung nicht nachträglich auf den bereits im Bau befindlichen U-Bahnhof abgetragen werden konnten. Daher fiel die Entscheidung auf eine auskragende Tunnelkonstruktion. Der Lastabtrag des aufgehenden Gebäudes erfolgt dabei auf den Tunnel, der die Last über die Bettung in den Baugrund weiterleitet.

Wirtschaftlicher Rahmen
Die Ausführung der gesamten Maßnahmen wird von Schüßler-Plan in Arbeitsgemeinschaft durch die Bauüberwachung, bzw. die Bauoberleitung betreut und gesteuert. Als Stand ist derzeit festzustellen, dass die Maßnahmen, trotz verschiedener Unwägbarkeiten (z.B. Archäologie), im festgelegten wirtschaftlichen Kosten- und Terminrahmen ausgeführt wurden. Gleiches gilt für die Prognoseaussichten im Hinblick auf die Baukosten und Fertigstellungstermine für die noch verbleibenden Maßnahmen bis Ende 2015.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie in der Ausgabe 4.2014 des Bauingenieurs auf Seite A 14/A 15 und unter www.schuessler-plan.de


Projektdaten
Auftraggeber/Bauherr: Landeshauptstadt Düsseldorf

Technische Daten:
1. BA:
Nord-West-Tunnel: ein- bis zweispurig, Länge 500 m, Rampen 170 m,
Sohltiefe bis zu 8,50 m
Süd-West-Tunnel: ein- bis dreispurig, Länge 230 m, Rampe 85 m,
Sohltiefe bis zu 8,50 m
Süd-Nord-Tunnel: ein- bis dreispurig, Länge 360 m, Rampe 85 m,
Sohltiefe bis zu 10,40 m
(Sohltiefe im Bereich der Tiefgaragenzufahrten bis zu 13,50 m)
2. BA:
Nord-Süd-Tunnel: ein- bis dreispurig, Aufspreizung in 2 Ausfahrten, Länge 680 m,
Rampen 170 m, Sohltiefe bis zu 14,60 m
(Sohltiefe im Bereich der Tiefgaragenzufahrten bis zu 12,50 m)

Projektleiter:
Dipl.-Ing. Nicole Jaschinski (Planung),
Dipl.-Ing. Wilfried Caspari (Planung),
Dipl.-Ing. Boris Wagner (Bauoberleitung)

Leistungen Schüßler-Plan:
kaufmännisch und technisch federführend innerhalb der ITK –
Ingenieurgemeinschaft Tunnel Kö-Bogen (Lph. 1-7 HOAI):
- Tunnelbau und Infrastrukturmaßnahmen
- Objektplanung für Ingenieurbauwerke (Tunnel und Portalbauwerke,
Kanalbau / Dükerbauwerke, Verkehrs-/Bauphasenpläne)
- Objektplanung für Verkehrsanlagen (Tunnel, Straßen, Straßenbahn,
Verkehrsphasenpläne)
- TGA Tunnel
- Technische Ausrüstung Straßenbahn
- Technische Ausrüstung der Dükerbauwerke
- Objektplanung und Tragwerksplanung für den Abbruch der Hochstraße
(Brückenbauwerk, Verkehrs-/Bauphasenpläne)



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