Verlag > Bauingenieur > Aktuell
   

News

08.07.2013

Deutsche Ingenieure stehen vor großen Herausforderungen

Die europäische Ingenieurbranche war in den letzten Jahren nicht durch wirtschaftliche Stabilität geprägt. Verhaltene Wachstumserwartungen waren die Folge. Heute blicken die Ingenieurbüros wieder optimistischer in die Zukunft. 66 Prozent der Befragten sagen voraus, dass ihre Unternehmen 2013 wachsen, vier Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings gibt es regionale Unterschiede.
Vor allem die skandinavischen Unternehmen sind sehr optimistisch. Dänemark liegt mit einer Wachstumserwartung von acht Prozent für 2013 an der Spitze. Belgien und Deutschland prognostizieren etwas vorsichtiger und rechnen mit einem moderaten Wachstum von vier beziehungsweise drei Prozent. Andere Länder sehen sich auch 2013 vor besondere Herausforderungen gestellt. So erwarten etwa niederländische Unternehmen für ihre Geschäftstätigkeiten ein Negativwachstum von zwei Prozent.

„Die Wachstumsaussichten der deutschen Ingenieursbranche sind, auch im europäischen Vergleich, somit situationsbedingt als positiv zu bezeichnen. Entscheidend ist jedoch die übrigbleibende Rendite.“, kommentiert Oliver Brüggen, Business Development Manager der Deltek GmbH, das Ergebnis.

Befragt nach den größten Chancen zeigt sich ein weitgehend einheitliches Bild. Wie in den Ergebnissen des Vorjahres sehen die Ingenieurbüros in Europa in der Verbesserung der Effizienz (51 %), in Innovationen (41 %) und in der Kundenzufriedenheit (41 %) die größten Chancen. Die drei Faktoren gelten weiterhin als wichtigste Erfolgstreiber auf den europäischen Märkten.

Mit Blick auf den deutschen Markt spielen die beiden erstgenannten Faktoren eine noch wichtigere Rolle. 70 Prozent der deutschen Ingenieure sehen in der Effizienzsteigerung, 59 Prozent in der Kundenzufriedenheit die größten Chancen. Das sind jeweils fast 20 Prozent mehr als der europäische Durchschnitt.

Und auch bei den Risiken gibt es deutsche Besonderheiten. An oberster Stelle rangiert der Mangel an Fachkräften bei allen europäischen Ingenieuren mit 55 Prozent, in Deutschland mit 78 Prozent.

Unter Berücksichtigung der Chancen und Risiken wurden die Ingenieure um Nennung der vier wichtigsten geschäftlichen Herausforderungen gebeten. Dabei führt die Projektrentabilität gefolgt von den Themen Kundenzufriedenheit, Akquisition neuer Projekte und abrechenbare Auslastungsquoten die europäische Rangliste an.

Auch wenn die vier wichtigsten geschäftlichen Herausforderungen der deutschen Ingenieurbüros mit denen der europäischen übereinstimmen, gibt es auch hier nationale Charakteristika. Geprägt durch die Branchenstruktur rangiert bei den wichtigsten Herausforderungen die Kundenzufriedenheit in Deutschland auf Platz eins. Es folgen Projektrentabilität, Gewinnung von Neuprojekten und die Erreichung abrechenbarer Auslastungsquoten.

„Für die deutschen Ingenieure ist die Kundenzufriedenheit besonders wichtig, da viele kleine und mittlere Büros sehr enge Kundenbeziehungen pflegen. Durch die Zufriedenstellung der Kunden gewinnen die Ingenieure neue Projekte und werden an potenzielle Klienten empfohlen. Die Beschaffenheit der Branche erzeugt diese hohe Bedeutung der Aufgabe hierzulande.”, ergänzt Oliver Brüggen das Resultat.

Insgesamt gesehen steht die Ingenieurbranche also in allen Regionen vor denselben Herausforderungen und Chancen. Allerdings sind diese Gemeinsamkeiten regional unterschiedlich ausgeprägt mit mehr oder weniger gravierenden Folgen.

Die Studie kann unter www.deltek.de/studie-ingenieure kostenlos geordert werden.



IMPRESSUM  |  © SPRINGER-VDI-VERLAG 2016