Verlag > Bauingenieur > Aktuell
   

News

07.02.2018

Vorteile des monolithischen Bauens

Die Diskussionen über herkömmliche Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), zum Beispiel hinsichtlich Umweltverträglichkeit und Brandschutz, haben dazu geführt, dass in den vergangenen Jahren vermehrt Häuser in monolithischer Massivbauweise erbaut wurden. Die Material- und Konstruktionswahl wird bei diesen Gebäuden nicht allein mit der Gebäudeästhetik, sondern vielmehr mit größerer Behaglichkeit, einem geringeren Wärmeenergiebedarf sowie besseren ökologischen und ökonomischen Eigenschaften begründet.

Diese Behauptungen hinterfragte ein kürzlich abgeschlossenes Forschungsprojekt von Wissenschaftlern aus dem Fachbereich Bauingenieurwesen der Technischen Universität Kaiserslautern und untersuchte den Einfluss von Material und Konstruktion bei monolithischen und entsprechenden mehrschichtigen Bauweisen auf thermischen Energiebedarf, thermische Behaglichkeit, Umweltwirkungen sowie Wirtschaftlichkeit bezogen auf den Gebäude-Lebenszyklus von 50 bis 75 Jahren.

Insgesamt wurden acht Ausführungsvarianten untersucht, darunter vier monolithische Varianten und vier entsprechende mehrschichtige Varianten. Alle Wände wiesen die gleichen thermischen Eigenschaften auf. Es zeigte sich, dass mit herkömmlichen mehrschichtigen Konstruktionen Wärmebrücken leichter reduziert werden können als mit monolithischen. Der Feuchtehaushalt ist größtenteils vergleichbar, lediglich der Porenbeton weist Besonderheiten auf. Es konnte kein relevanter Effekt auf die energetische Effizienz oder die thermische Behaglichkeit durch monolithische Bauweisen nachgewiesen werden. Die Unterschiede bewegten sich im sehr niedrigen, einstelligen prozentualen Bereich. Das monolithische Bauen ist aus energetischer Sicht für den Wohnungsbau mehr zu empfehlen als für Bürogebäude. Monolithische Aufbauten erzielen gegenüber mehrschichtigen Bauweisen meist günstigere sowie maximal ähnliche Umweltwirkungen, Holz schneidet bilanziell am besten ab. Die Lebenszykluskosten streuen zwischen den Varianten deutlich. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen monolithischem Bauen und der Höhe der Lebenszykluskosten konnte nicht bestätigt werden.
Aus Sicht der Forschergruppe werden ökologische Bewertungen an Bedeutung gewinnen, so dass das monolithische Bauen, insbesondere der Holzbau, mehr und mehr zukunftsfähig sein wird.

www.uni-kl.de



IMPRESSUM  |  © SPRINGER-VDI-VERLAG 2018