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07.07.2017

Erdbebensichere Gebäude

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Die sensorkontrollierten Verbindungen aus Stahl können ein Gebäude bei einem Erdbeben zusammenhalten. Abb.: Fraunhofer WKI
Gemeinsam mit Industriepartnern entwickeln Forscher des Zentrums für leichte und umweltgerechte Bauten des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI, die Gebäude bei Naturkatastrophen vor dem Einsturz schützen. Gemeinsam mit dem Fachgebiet Organische Baustoffe und Holzwerkstoffe des Instituts für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz der Technischen Universität Braunschweig sowie mit Partnern aus der Wirtschaft entwickeln die Forscher Lösungen für die Baubranche, die Tausende Leben schützen könnten. Derzeit arbeiten die Ingenieure des Fraunhofer WKI an ultra-hochleistungsfähigen Momentenverbindungen, die auch hohe Bauten erdbebensicher machen. Diese sensorkontrollierten Verbindungen aus Stahl bringen eine hohe Steifigkeit mit und sind gleichzeitig elastisch genug, um ein Haus bei schweren Erschütterungen zusammenzuhalten. In zahlreichen Tests wurde das einwandfreie Funktionieren der Momentenverbindungen bestätigt: Unter anderem untersuchten die Forscher mit statischer, zyklischer und dynamischer Krafteinleitung die Art der Beanspruchung; die Lebensdauer der Konstruktion wurde mithilfe von Umweltsimulationstests geprüft. Das Vorhaben basiert auf dem erfolgreichen EU-Projekt SERIES, in dem erdbebensichere Rahmen unter dynamischen Lasten untersucht wurden. Die Momentenverbinder liegen derzeit als Prototypen vor und können in ein bis zwei Jahren serienreif sein. Aktuell nehmen die Experten planerische Untersuchungen an realen Gebäuden hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit vor. Da alle anderen Bauteile linear-elastisch beansprucht werden, sind keine weiteren Sicherheitsreserven erforderlich, sodass sich die Gesamtkonstruktion kostengünstiger fertigen lässt.

www.fraunhofer.de



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