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Bauingenieur - Ausgabe 05-2010, S. 197-203

Anforderungs-Engineering-Prozessmodell (AEP) – Modellentwicklung und ZielentwicklungsprozessTeil 1

  Die Entwicklung von Bauprojekten gehört zu den anspruchsvollen Produktentwicklungsprozessen. Dieser Prozess ist bis zur unikaten Realisierung weitgehend immateriell, interaktiv und integrativ. In anderen Branchen mit ähnlichen, projektorientierten, teilweise unikaten Produkten hat man das Problem der systematischen frühzeitigen Zielbildung und Anforderungsspezifikationen mit dem zielorientierten Management schon lange erkannt. Bauprojekte sind in der Regel immer noch behaftet mit dem Mangel, dass Ziele und Anforderungen immer wieder geändert werden in den verschiedenen Projektphasen – mit oft verheerenden Auswirkungen auf der Kostenseite oder in Bezug auf die erwartete Rendite. Eine kunden- und wertorientierte Bauwirtschaft muss die Fähigkeit haben, frühzeitig die Kundenziele mit dem Kunden herauszuarbeiten und zu priorisieren sowie die einwirkenden Anforderungen aus der Umwelt zu identifizieren. Darauf aufbauend müssen dann phasengerecht die Anforderungen aus den Bauherrenzielen und aus externen Anforderungen für das Bauprojekt generiert werden. Dazu ist es erforderlich, die Anforderungen in jeder Projektphase auf den Zielerreichungsgrad zu überprüfen bevor weiter geplant wird.Das hier vorgestellte Anforderungs-Engineering-Modell zeigt auf, wie ein solcher Prozess im Rahmen des Projektmanagements eines Bauprojektes umgesetzt werden sollte. Dazu werden die Prozesse der Zielpriorisierung und der Generierung der Anforderungsspezifizierung in einem kybernetischen Anforderungsmanagement aufgezeigt. Somit entsteht ein Prozessmodell, um die Kundenbedürfnisse frühzeitig und gezielt zu ermitteln und umzusetzen. Damit werden die Bauprojekte schneller, zielorientierter und mit geringeren Nachträgen umgesetzt.

Requirement Engineering Process Model (REP) – Development of the model and target development process

  Developing construction projects is one of the most challenging product development processes. This process is largely intangible, interactive and integrative up to the realization of a unique project. Other sectors of industry with similar project-oriented and in some cases unique products have long since identified the problem of systematically defining the targets and specifying the requirements with target-oriented management at an early stage. Construction projects still generally face the problem of repeated modifications to the targets and requirements during the various project phases – which often have disastrous impacts on the costs or on the anticipated return. A customer-oriented and value-oriented construction industry must be capable of defining and prioritizing the customer’s goals, together with the customer, at an early stage and of identifying the environmental requirements that will impact the same. This must then serve as the basis for defining the requirements for the construction project that are derived from the owner’s targets and from external demands, in line with each phase. This must be ensured by reviewing the achievability of the requirements at each phase of the project before continuing the planning process.The requirement engineering model that is presented in this paper shows how such a process should be implemented as part of the management of a construction project. To this end, the processes of target prioritization and the generation of requirement specifications are demonstrated in a cybernetic requirement management model. The ensuing process model allows customer requirements to be identified and implemented at an early stage, thus enabling a faster and more target-oriented completion of the construction projects with fewer supplementary modifications.

Autor(en):
Girmscheid, G.

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